|
Kloster Graefenthal
Das
Cistercienserinnenkloster Graefenthal oder Vallis Comitis - CVC genannt,
wurde 1248 von Graf Otto II von Geldern auf Bitten seiner Frau Margarete
von Kleve als Jungfrauenkloster gegründet. Schnell blühte das Kloster
auf, weil es stark gefördert wurde von den Grafen und Herzögen von
Geldern und Kleve. Es war zunächst abhängig vom Mutterkloster Roermond,
ehe es ab 1260 der Zisterzienserabtei Camp unterstellt wurde. Die 1252
der Schutzpatronin Maria geweihte Klosterkirche war 125 Jahre Grabstätte
des 1376 ausgestorbenen Grafengeschlechts von Geldern. Allein das
Hochgrab des Klostergründers Otto II ist noch als steinernes Zeugnis
erhalten.
Nach mehr
als 550 Jahren wurde das Kloster l802 von den Franzosen säkularisiert.
Die Klosterkirche wurde 1808 abgetragen und mit dem Baumaterial die St.
Martinuskirche in Pfalzdorf errichtet. In umliegenden Kirchen sind
bedeutende Stücke der Inneneinrichtung heute noch zu bewundern. Das
Archiv von Graefenthal seit der Gründung wird auf der Gaesdonck
aufbewahrt. Gleichwohl gingen in den mehr als 200 Jahren der
landwirtschaftlichen Nutzung bedeutende Teile des wertvollen Kulturerbes
verloren.
lm Jahre 2004 erwarb der im benachbarten Heijen wohnhafte
Niederländer Ysbrandt Roovers „Graefenthal". Er bemüht sich im
Einvernehmen mit der Denkmalspflege und in Zusammenarbeit mit dem
Förderverein Kloster Graefenthal e.V. für das mittelalterliche
„Ensemble" eine sinnvolle Nutzung zu finden, die dem bedeutenden
kulturhistorischen Erbe im deutsch-niederländischen Grenzgebiet gerecht
wird.

|