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Graefenthal
und Gaesdonck – Zwei Archive wurden digitalisiert.
Am 17.09.2007 fand im Collegium Augustinianum Gaesdonck eine Besprechung
über die Archivierung und Digitalisierung des dort lagernden Archivs
Graefenthal statt.
An diesem Gespräch nahmen teil:
Herr Steiffert von der Schule Gaesdonck,
Frau Dr. Bouresh und Herr Dr. Weber vom Landschaftsverband Rheinland,
Herr Kersting, Roovers, Koepp, Reimann, van den Brand, Zweers, vom
Förderverein Graefenthal.
In dieser Besprechung wurde uns von der Schule die Erlaubnis erteilt das
Archiv Graefenthal aufzuarbeiten zu digitalisieren und die Digitalisate
dem Förderverein Graefenthal zur Verfügung zu stellen. Diese sollen dann
in einer, durch den Landschaftsverband Rheinland (Frau Dr. Bouresh) noch
aufzubauenden Archithek, Historikern, Studenten und Interessenten zur
Verfügung stehen. Das Projekt lief unter der Schirmherrschaft des
Landschaftsverbandes, der auch die erforderlichen Fördermittel zur
Verfügung stellte.
Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Alfred Reimann aus
Kleve-Donsbrüggen, Rien van den Brand aus Venray NL und Henk Zweers aus
Grave NL, als Ausführende vor Ort. Am 03.10.2007 wurde mit der Arbeit
begonnen. Zunächst alle Archivalien gesichtet, sortiert und den
einzelnen Sachgebieten zugeordnet. Neue säurefreie Kartons wurden von
der Schule Gaesdonck gekauft. Ebenfalls angeschafft wurde säurefreies
Kartonpapier. Hunderte Aktendeckel in verschiedenen Größen hergestellt,
worin alle Bestände ordnungsgemäß gelagert sind. Der nächste Schritt war
die Erfassung der gesamten Urkunden und deren fotographische Ablichtung.
Zugleich wurde ein vorläufiges Findbuch der Urkunden geschrieben, das
etwa zu 60% fertig gestellt ist.
In einem weiteren Schritt entstand ein Inventarisat des gesamten
Graefenthaler Archivs.
Damit man einen Eindruck von Größe und Umfang der Arbeiten bekommt –
hier ein paar Fakten und Zahlen.
Das Graefenthaler Archiv, abgekürzt KLAGR (Klosterarchiv
Graefenthal) ist aufgeteilt in Urkunden, Regesten, Zinsbücher, Kopiare
sowie in Akten.
1. Urkunden.
In 18 Kartons liegen in nummerierten Umschlägen 659 Urkunden und 4
Abschriften mit einem Umfang von 1620 Seiten. Hinzu kommen noch die
anhängenden Siegel mit 800 Seiten.
Der bekannte Klever Historiker Dr. Robert Scholten spricht in seinem
Werk:
Das Cistercienserinnen-Kloster Graefenthal oder Vallis Comitis zu
Asperden im Kreise Kleve,
dagegen nur von insgesamt 483 Urkunden. Wie die große Differenz von 176
Urkunden zu erklären ist, wissen wir nicht.
2. Regesten, Kopiare, Zehntbücher usw.
In 10 Kartons liegen 37 Stück vorgenannte Archivalien mit einem Umfang
von 8730 Seiten.
3. Akten.
In 18 Kartons liegen 138 Akten mit einem Umfang von 16465 Seiten.
4. Säkularisation/Sinsteden.
In 4 Kartons liegen 54 Akten mit einem Umfang von 3401 Seiten.
In 2 Kartons 2 Bücher mit einem Umfang von 2260 Seiten.
Das sind insgesamt 33 276 Seiten.
Ab März 2008 wurde dann auf Wunsch der Schulleitung Gaesdonck, auch das
Archiv des ehemaligen Klosters Gaesdonck aufgearbeitet. Es umfasst
22289 Seiten. Das Gaesdoncker Archiv, abgekürzt
KLAGA (Klosterarchiv Gaesdonck) ist aufgeteilt in Urkunden,
Regesten, Zinsbücher, Kopiare sowie in Akten.
Auch hier ging man ähnlich vor wie bei dem Graefenthaler Archiv.
Insgesamt sind das 55.565 Seiten die dann bearbeitet
worden sind. Bildlich gesehen sind das aneinandergelegt über 15
km.
Wo bisher nur Vermutungen angestellt worden sind, kann heute schon
gesagt werden, dass nach Durchsicht des gesamten Archivmaterials,
bestimmte geschichtliche Vorgänge Realität werden.
Ein Beispiel.
Robert Scholten beklagt, dass das Archiv eigentlich nur sehr wenig über
die inneren Vorgänge des Klosterlebens in Graefenthal hergibt.
Tatsächlich aber gibt es eine Reihe von Handschriften über innere
Angelegenheiten. Dazu gehört eine Papierhandschrift in Schweinsleder
eingebunden 324 Seiten stark, mit dem Titel: Direktorium des
Zisterzienserinnen-Klosters, aus dem 16. – 17. Jh. In einem weiteren
sogenannten Register mit 72 Seiten, haben in einer fein säuberlichen
Schrift, verschiedene Äbtissinnen die Orte aller Gräber der Verstorbenen
im Klosterbereich angegeben. Außerdem folgt eine Aufstellung aller
Äbtissinnen und Nonnen die im Klosterbereich gelebt und gestorben sind.
In weiteren Handschriften wurden auch die Verbindungen zwischen dem
Kloster Gaesdonck und Graefenthal aufgeführt. Verbindungen die sogar zum
Kloster St. Spiritus in Uedem, und zum Augustiner – Chorherren Kloster
Gnadenthal in Donsbrüggen reichen. So schließt sich der Kreis.
Nach erster Aufarbeitung der Archivalien lässt sich schon heute sagen,
dass neue, bisher auch unbekannte geschichtliche Ereignisse zum
Vorschein gekommen sind.
So konnte nach 3jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit die Aufarbeitung und
Digitalisierung beider Archive erfolgreich beendet werden.
Erwähnt sei noch Herrn Oberstudienrat Hövelmann und Herrn
Studiendirektor Hermes von der Schule Gaesdonck. Deren Vorarbeit im
Archiv hat allen sehr geholfen.
Auch die angenehme Zusammenarbeit zwischen Herrn Steiffert und Herrn
Baden, dem Custos des Gaesdoncker Archivs, soll an dieser Stelle
noch mal besonders hervorgehoben werden.
22.02.2011, Alfred Reimann

Rien van den Brand
Alfred Reimann Henk
Zweers



Niederrhein Nachrichten
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Herr Steiffert
Herr Krantz
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